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Die Geschichte Beilsteins

Im Detail

Schriftliche Quellen, die etwas über die Entstehung von Burg und Stadt aussagen, reichen leider nicht allzu weit zurück. In den wenigen erhaltenen Urkunden werden im Wesentlichen das Schicksal der Burg und das ihrer Bewohner behandelt. Daher ist davon auszugehen, dass es sich bei der Stadt Beilstein um eine Burgensiedlung handelt, die sich im Hochmittelalter am Fuße des Burgberges entwickelt hat. Um 1150 wird ein Dietrich von Beilstein genannt, 1231 erscheint ein Graf Berthold von Beilstein. Ausgrabungsfunde lassen vermuten, dass um 1070–1080 eine erste Befestigungsanlage erbaut wurde (romanisch), welche dann in staufischer Zeit um 1200 durch Bergfried und Ringmauer verstärkt wurde. Interessant ist der fünfeckige Grundriss des Bergfrieds (im Volksmund "Langhans" genannt), der an der Angriffsseite eine Kante und damit angeschrägte, geschoßabweisende Flanken aufweist. Seit 1290 waren die Markgrafen von Baden die Besitzer der Burg, die sie als Lehen an Burgmänner vergaben.

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In einer Aufzählung der Besitzungen des Backnanger Stifts aus dem Jahre 1245 findet sich erstmals eine Erwähnung des Ortes Beilstein, doch schon 1304 wird Beilstein Stadt genannt, eine Stadturkunde ist leider nicht überliefert. In einer Urkunde aus dem Jahre 1294 wird ein Schultheiß Hartmut von Beilstein genannt, um diese Zeit muss die Ummauerung Beilsteins (1274?) erfolgt sein. Die Beilsteiner Stadtbefestigung ist auf allen alten Ansichten, dem ersten neuzeitlichen Stadtplan von 1834 und in Resten noch heute zu erkennen. Beilstein gelangte 1304 in den Besitz des Grafen Eberhard II. von Württemberg. Es diente seinen Besitzern mehrmals als Pfand, die mit Verpfändung ihre Geldnöte beheben wollten. 1361 tauchte erstmals der »Gleißende Wolf vom Wunnenstein« in der Geschichte Beilsteins auf, der in der Politik des Südwestens eine bedeutende Rolle spielte. Die Ereignisse des Bauernkrieges erreichten im Frühjahr 1525 auch die Stadt Beilstein. Nach anfänglichen Erfolgen erging es aber den Bottwartäler Bauern ebenso wie den anderen Bauernhaufen. Sie wurden geschlagen und das Regiment der Sieger war schlimmer als zuvor.

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Von 1535 bis 1537 wirkte der hier geborene Valentin Wanner als Reformator in Beilstein. Große Not brachte der 30jährige Krieg über das Städtchen. Von zuvor etwa 800 Einwohnern blieben nach 1643 nur etwa 100 übrig. In diesem Jahr wurde das Städtchen innerhalb weniger Monate zuerst von weimarischen und dann von lothringischen Truppen geplündert. Bei Friedensschluss 1648 waren nur noch die Hälfte der Häuser bewohnbar. Im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges überschritten französische Truppen den Neckar und steckten nach vorausgegangener Plünderung am 21. (31.) Juli 1693 das Städtchen an allen vier Ecken in Brand. Sogar die Bütten der Kelter wurden verbrannt, der Amthof, das Rathaus aus dem Jahre 1598 und viele Bürgerhäuser in Asche gelegt. Die beiden Kirchen (Magdalenenkirche und St. Anna Kirche vor der Stadt, früher Nikolauskapelle), das Pfarrhaus und 15 weitere Häuser überstanden den Überfall. Mit dem Bau des heute noch stehenden prächtigen Fachwerkrathauses im Jahre 1706–1712 (steinernes Erdgeschoß von 1597) beginnt eine Zeit gewisser Ruhe, doch die Bedrückung und Belastung der großteils bäuerlichen Bevölkerung lässt erst nach, als gegen Mitte des 19. Jahrhunderts die Fronen und Abgaben wie Gült und Zehnte abgelöst werden und die Leibeigenschaft aufgehoben wird.

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Bis in neuere Zeit bleibt der Weinbau die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung. Der imposante Kelterbau aus dem Jahre 1698 gibt davon beredtes Zeugnis. Ausgehend vom Abbruch der Stadttore durchbricht die Entwicklung der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die alten seit dem Mittelalter bestehenden Grenzen, neue Wohngebiete werden erschlossen, ein Vorgang, der bis heute angehalten hat und in den letzten 30 Jahren bedeutende Ausmaße erreichte. Beilstein war lange Zeit Amtssitz, zum Amt gehörten zum einen die sowieso dahin gerichtbaren Weiler Etzlenswenden, Stocksberg und Farnersberg, ferner der Marktflecken Oberstenfeld, das Dorf Gronau mit Kurzach, Nassach und Prevorst, das Dorf Helfenberg, Auenstein, Ober- und Unterheinriet sowie der Weiler Vorhof. 1807 wurde das Oberamt Beilstein noch durch das Amt Bottwar erweitert, 1810 jedoch aufgelöst und die Stadt Beilstein mit Filialen dem Oberamt Marbach zugeteilt. 1938 wurde Beilstein dem Kreis Heilbronn zugewiesen.

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Die Burg, die im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung verlor und in der Folge nach und nach zerfiel und als Steinbruch genutzt wurde, gelangte 1837 in Privathand und nach mehrmaligem Besitzerwechsel erwarb sie im Jahre 1898 Kommerzienrat Vollmöller, der ihren Wiederaufbau plante und unter anderem den Amthof, das untere Schloss neu errichten ließ und in diesem Zusammenhang auch das Schloßgut Beilstein begründete. 1960 verkauften die Erben Vollmöllers das gesamte Anwesen, das Gut blieb in Privatbesitz, das Schloss kam an die Evangelische Landeskirche und die Burg selbst wurde von der Stadt erworben. Die Erstellung einer Burggaststätte und die Einrichtung einer Burgfalknerei haben seitdem zu einer Belebung des Fremdenverkehrs beigetragen. Eine Ansiedlung von Gewerbebetrieben blieb lange Zeit erfolglos. Ab 1900 ermöglichte die Bottwarbahn die verkehrsmäßige Anbindung an Heilbronn und den Raum Ludwigsburg - Stuttgart. 1970 wurde der Bahnbetrieb eingestellt. 1908 wurde die öffentliche Wasserversorgung und 1911 der Anschluss ans Elektrizitätswerk eingerichtet.

In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges wurde Beilstein durch Artillerie beschossen und am Nachmittag des 16. April 1945 von amerikanischen Kampfbombern angegriffen. Ein großer Teil der historischen Bausubstanz ging dabei verloren. Wie in anderen Gemeinden im Großraum Stuttgart ist auch in Beilstein die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte mit einer Ausdehnung der Bebauung einhergegangen. Verschiedene Betriebe des Gewerbes, der Handwerksbetriebe und des Dienstleistungsbereiches bieten Beschäftigungsmöglichkeiten, doch haben viele Einwohner ihren Arbeitsplatz in der näheren und weiteren Umgebung, in Heilbronn, Ludwigsburg oder Stuttgart. Mit einer Einwohnerzahl etwas über 6000 verfügt Beilstein heute über eine hervorragende Infrastruktur mit Schulen und vielfältigen Freizeiteinrichtungen.